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Die Sensibilisierung auf Nickel ist nicht angeboren. Sie entsteht durch intensiven Hautkontakt mit metallischen Objekten oder Substanzen. Eine genetische Prädisposition für die Entwicklung von Allergien ist jedoch anzunehmen.

Die Sensibilisierung auf Nickel beginnt häufig in der Jugend und wird oft durch das Durchstechen der Ohrläppchen, das Tragen von Body-Piercings und nickelhaltigem Modeschmuck begünstigt. Wahrscheinlich ist dies Grund dafür, dass die Allergie bei Frauen häufiger vorkommt als bei Männern. Etwa 15-20% der Frauen sind von einer Nickelallergie betroffen.

"Von Nickelallergie sind vor allem Frauen betroffen, besonders solche jungen Alters (bis zu 20%). Ursache war vor allem Nickelhaltiger Modeschmuck, insbesondere das Piercing."1 Studien haben ergeben, dass das Ohr-Piercing in der Gruppe der Nickelallergiker überrepräsentiert ist. Andere Faktoren, die eine Sensibilisierung für das Allergen herbeiführen können, sind Modeschmuck, Uhren, Knöpfe Reißverschlüsse, etc.

Nach der Festlegung einer europäischen Norm zur Bestimmung der Nickellässigkeit von Produkten die in direkten und längeren Kontakt mit der Haut kommen und einem damit einhergehenden Grenzwert für Nickelabgaben. Die 1998/1999 in Kraft getretene Verordnung zeigt bereits einen signifikanten Rückgang der Häufigkeit von Nickelsensibilisierungen.2

Die Problematik liegt darin, dass Nickel in fast allen metallischen Gegenständen enthalten ist, sofern es sich nicht um reine Edelmetalle handelt. Das Metall Nickel ist Bestandteil von vielen Legierungen und findet Verwendung in Modeschmuck, Uhren, Brillengestellen, Essbesteck, BH-Trägern, Reißverschlüssen, Jeansknöpfe, etc.

Es ist aber nicht entscheidend, wie viel Nickel in einem Produkt enthalten ist, sondern wieviel Nickelionen freigesetzt bzw. abgegeben werden. Durch die Freisetzung von Nickelionen können Allergien ausgelöst werden. Hohe Temperaturen, Säuren und Zusätze in Reinigungsmitteln, Shampoos, etc. erhöhen die Freisetzung von Nickelionen. In erster Linie werden Nickelionen jedoch durch die Einwirkung von Wasser (auch Körperschweiß) freigesetzt. Dieses Phänomen erklärt die Häufung von Nickelsensibilisierungen im Sommer.

Bereits im Jahr 2000 wurde im Handbook of Occupational Dermatology herausgestellt, dass keinen Zusammenhang zwischen dem Nickelgehalt in einer Legierung und der allergenen Wirkung des Stoffes besteht. Allerdings gibt es eine große Korrelation zwischen der Anzahl der Nickelionen, die durch Körperschweiß aus dem Trägerstoff herausgelöst werden, und dem atopischen Potenzial .3 "This fact may be difficult to understand and has caused demands for »nickel-free« items instead of the generally more relevant demand for »low nickel release«."4

An der Aufklärung der Mechanismen, die zur Entstehung von Kontaktekzemen auf Nickel führen, arbeiten u.a. Forscher der Universität Gießen. Gemeinsam mit Kollegen aus Mannheim, Freiburg, Münster und München konnten die Forscher nachweisen, dass Nickel einen Rezeptor des Immunsystems aktiviert. "Dadurch werden intrazelluläre Signalübertragungswege in Gang setzt, die zur Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen führen. In der Folge kann das spezifische Immunsystem aktiviert werden und über Vermittlung von T-Lymphozyten ein Ekzem entstehen."5 Diese Beobachtungen könnten nun einen Durchbruch bei der Therapie der bislang nur schwer behandelbaren Nickelallergie bedeuten. "Denn es scheint prinzipiell möglich, spezifische [...]-Hemmstoffe zu entwickeln, welche die Aktivierung des Rezeptors durch Nickel blockieren, ohne damit die wichtige natürliche Abwehrfunktion [...] bei bakteriellen Infektionen zu beeinträchtigen."6

Seit Mitte des Jahres 2010 scheint nun auch der Grund für die Entstehung einer Nickelallergie wissenschaftlich ausgewertet zu sein. So berichtet das Nature Immonolgy Magazin (Ausgabe 11, 2010) von einem wissenschaftlichen Durchbruch zur Erklärung der Nickelallergie.7

1 Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 627.

2 Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 625.

3 There is no relationship between the content of nickel in an alloy and ist ability to cause an allergic reaction, while there is a close realtionship between the rate at which ions from from nickel in contact with sweat an the potential to cause a reaction.

4 Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 524/525.

5 Ärzte Zeitung online: Rätsel um Nickelallergie entschlüsselt. 16.08.2010. URL: www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/ 25.10.10

6 Ärzte Zeitung online: Rätsel um Nickelallergie entschlüsselt. 16.08.2010. URL: www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/ 25.10.10

7 Vgl.: nature immunology, 11/2010. URL: www.nature.com/ni/journal/v11/n7/full/ni.1886.html, 21.10.2010

Vgl. auch: Focus Online. 16.08.2010. URL: www.focus.de/gesundheit/ratgeber/allergie/news/immunsystem-der-nickelallergie-auf-der-spur_aid_541602.html 21.10.2010



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