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Verbreitung

Verbreitung der Kontaktallergie

Insgesamt leiden 9% der Weltbevölkerung unter einer Kontaktallergie, wie die Ergebnisse einer im Jahr 2008 durchgeführten ISAAC-Studie zeigen. 1) Im deutschsprachigen Raum sind die Zahlen weit höher. Der Informationsbund Dermatologischer Kliniken (IVDK), an dem 50 Hautkliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt sind, erfasst die „Klinische Epidemiologie der Kontaktallergien“ und stellte im selben Jahr (2008) fest, dass zwischen 15% und 20% der Allgemeinbevölkerung gegen mindestens eines der wichtigen Allergene sensibilisiert ist. 2) Nach einer Erhebung der Sensibilisierungshäufigkeit auf Allergene im Jahre 2004 zeigt sich, dass Nickel (Nickel (II)-sulfat) das stärkste Allergen ist (16,6%). 3)
Insgesamt erkranken rund 7% der Bevölkerung mindestens einmal pro Jahr an einem allergischen Kontaktekzem. Dabei ist die Kontaktallergie von großer sozioökonomischer Bedeutung: Die Kontaktallergie gehört mit über 20.000 Verdachtsmeldungen zu den häufigen Berufskrankheiten.  Da die Kontaktallergie nicht heilbar ist, stellt die Sensibilisierung eine bleibende Veränderung des

Verbreitung der Nickelallergie

„Das mit Abstand häufigste Allergen ist Nickel: Allein in Europa reagieren nach aktuellen Schätzungen 65 Millionen Menschen allergisch auf dieses Metall, das in vielen Gegenständen des alltäglichen Lebens wie Modeschmuck, Uhren und Münzen enthalten ist.“ 4)
Andere Studien besagen, dass etwa 12% der Bevölkerung allergisch gegen Nickel ist, 5% gegen Kobalt und Chrom. 5) „Besonders jüngere Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.“ 6) So waren die unter 40-Jährigen dreimal häufiger von einer Nickelallergie betroffen als die über 60-Jährigen. In der heidelberger Studie zur medizinischen Verträglichkeit von Implantaten wurde festgestellt, dass 100 von 1300 Patienten in der ambulanten Endoprothesen-Sprechstunde der Uniklinik unter einer Metallallergie litten. Unter den 100 Patienten mit Metallallergie waren 90 Frauen.

Zwar ist Nickel das häufigste Allergen, doch werden Nickel-Kontaktallergien immer seltener. So kann man in einem 2005 in der online Ärzte Zeitung erschienenen Artikel lesen, dass „die in vielen Duftstoffen enthaltenen Substanzen Eichenmoos und Isoeugenol (...) nun zu den häufigsten Auslösern einer allergischen Kontaktdermatitis zählen. Nickel steht als Auslöser noch an der Spitze. Die Tendenz ist aber rückläufig.“ 7) Bereits 2003 erschien ein entsprechender Artikel in der Zeitschrift „Contact Dermatitis“ 8), in dem A. Schnuch und W. Uter eine signifikante Abnahme der Häufigkeit von Nickelallergien bei Frauen unter 30 Jahren feststellten. Die Beobachtungen zeigten jedoch auch einen Anstieg der Häufigkeit von Nickelallergien bei Frauen im Alter von 31 bis 44 Jahren. 9)

"Von Nickelallergie sind vor allem Frauen betroffen, besonders solche jungen Alters (bis zu 20%). Ursache war vor allem Nickelhaltiger Modeschmuck, insbesondere das Piercing." 10) Studien haben ergeben, dass das Ohr-Piercing in der Gruppe der Nickelallergiker überrepräsentiert ist. Andere Faktoren, die eine Sensibilisierung für das Allergen herbeiführen können, sind Modeschmuck, Uhren, Knöpfe Reißverschlüsse, etc.
Nach der Festlegung einer europäischen Norm zur Bestimmung der Nickellässigkeit von Produkten die in direkten und längeren Kontakt mit der Haut kommen und einem damit einhergehenden Grenzwert für Nickelabgaben. Die 1998/1999 in Kraft getretene Verordnung zeigt bereits einen signifikanten Rückgang der Häufigkeit von Nickelsensibilisierungen. 11)

 

Dennoch ist Nickel das Allergen mit der größten Sensibilisierungshäufigkeit. 12)

Bereits im Jahr 2000 wurde im Handbook of Occupational Dermatology herausgestellt, dass keinen Zusammenhang zwischen dem Nickelgehalt in einer Legierung und der allergenen Wirkung des Stoffes besteht. Allerdings gibt es eine große Korrelation zwischen der Anzahl der Nickelionen, die durch Körperschweiß aus dem Trägerstoff herausgelöst werden, und dem atopischen Potenzial. 13) "This fact may be difficult to understand and has caused demands for »nickel-free« items instead of the generally more relevant demand for »low nickel release«." 14)

1.) International Study of Asthma and Allergies in Childhood – ISAAC (Hrsg.): Allergie, Verbreitung weltweit. 2008

2.) Vgl.: Schnuch, Axel / Uter, Wolfgang / Lessmann, Holger / u.a.: Klinische Epidemiologie der Kontaktallergien. In: Allegro Jornal 17/2008, S. 612.

3.) Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 620.

4.) Ärzte Zeitung online: Rätsel um Nickelallergie entschlüsselt. 16.08.2010. URL: http://www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid=615138&pid=615138 25.10.10

7.) Ärzte Zeitung online: Nickel-Kontaktallergien werden seltener. 10.10.2005.  URL: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/375216/nickel-kontaktallergien-seltener.html?sh=33&h=1842060106 25.10.2010

8.) Schnuch, A. / Uter, W.: Decrease in nickel allergy in Germany and regulatory interventions. In: Contact Dermatitis, 49/2003, S. 107.

9.) During the observation period, the frequency of sensitization to nickel decreased significantly in women age 30 and below, namely, from 36.7 to 25.8% (...) coinciding with the EU regulation. Conversely, an increase was abserves in the group above (31-44yeras), namely from 27.9 to 33.2%.

10.) Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 627.

11.) Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 625.

12.) Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 620.

13.) There is no relationship between the content of nickel in an alloy and ist ability to cause an allergic reaction, while there is a close realtionship between the rate at which ions from from nickel in contact with sweat an the potential to cause a reaction.

14.) Schnuch, A. / Uter, W. / Geier, J. / u.a.: Überwachung der Kontaktallergie: zur "Wächterfunktion" des IVDK. In: Allegro Journal 14/2005, S. 524/525.



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